Titel Hans Wimmer

„Jede Form muss ihre Herkunft und ihr Ziel haben. Es hat keinen Sinn, dass die beiden Beckenstacheln der Figur nur markiert sind, sondern sie müssen die an die Oberfläche getretenen Teile des ganzen Beckens sein. Das muss man spüren. Der untere Knöchel des Wadenbeines muss dich dazu verleiten, das ganze Wadenbein zu verfolgen, bis es oben wieder hervortritt. Was nicht weiterleitet, gilt nicht.“

Hans Wimmer

Liegende2

Hans Wimmer ­– Volumen ist alles
22.3.– 28.6.2026
Studienkirche St. Josef

Der im niederbayerischen Pfarrkirchen geborene Bildhauer Hans Wimmer (1907-1992) stand ganz in der Tradition der figürlichen Bildhauerei der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts und prägte in dieser Zeit als Vertreter der sog. Münchner Bildhauerschule maßgeblich die Entwicklung der Plastik in Deutschland.

Über die menschliche Figur, Tiere, Portraits und Großplastiken bearbeitete er die für ihn zentralen Themen: Gestalt und Form der Figur, Funktion der Bewegung sowie Kubus und Raum. Zu letzteren schrieb Wimmer als damaliger Professor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg und documenta I-Teilnehmer: „Geh nicht vom Kontur aus, sondern vom Volumen. Übe und pflege deine Vorstellung vom Volumen. Zieh den Kontur nur zu Rate um das Volumen zu kontrollieren.“

Ein Auszug seines bildhauerischen Schaffens ist nun in der profanierten Studienkirche St. Josef zu sehen, die Hans Wimmer bestens aus seiner dreijährigen Schul- und Internatszeit im gegenüberliegenden, ehemaligen „Bischöflichen Knabenseminar St. Joseph“ und humanistischen Gymnasium kannte.

Termine

Sonntag, 22.3.2026 um 11 Uhr
Ausstellungseröffnung
Grußworte 
Florian Schneider, Erster Bürgermeister und Ines Auerbach, Kuratorin
Einführung Bernd Stöcker, Kurator
Musik Josef Irgmaier, Orgel

Samstag, 18.4.2026 um 18 Uhr
Kuratorenführung mit Ines Auerbach und Bernd Stöcker

Samstag, 23.5.2026 um 11 Uhr
Tanzperformance mit Dario Wilmington zur Klanginstallation Pink im Rahmen des Look Into The Future Festival 7 (lookintothefuture.burghausen.de)

Samstag, 30.5.2026 um 18 Uhr
Tischgespräch mit Bernd Stöcker: Über die Bildhauerei und Hans Wimmer

Hans-Wimmer
Abbildungen © Archiv Wimmer

Hans Wimmer

1907  Geboren in Pfarrkirchen im Rottal/Niederbayern
1917  Aufnahme am Bischöflichen Knabenseminar St. Joseph und humanistisches Gymnasium in Burghausen
1920  Wechsel ins Franziskanerseminar Landshut, nachfolgend ins städtische Pensionat Landshut
1928   Studium der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste München
1935   Selbständiger Bildhauer in München
1936   Aufenthalt in der Ateliergemeinschaft Klosterstraße 75, Berlin
1940   Teilnahme an der Biennale in Venedig
1941   Längerer Aufenthalt in Rom
1949   Professur an die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1955   Teilnahme an der dokumenta I in Kassel
1963   Ehrenmitglied der Akademie der Bildenden Künste München
1966   Wahl in den Orden Pour le Mérite, Aufstellung Schreitendes Pferd (Wimmerross) in Pfarrkirchen
1970   Ehrengast in der Villa Massimo
1987   Eröffnung der Hans-Wimmer-Sammlung im Oberhausmuseum Passau
1992   Verstorben in München, Aufstellung der Biga in Schloss Gottorf
1995   Ausstellung seines Ateliers und der Originalgipse in Schloss Gottorf

Diese Ausstellung können Sie noch besuchen bis 28. Juni 2026

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Studienkirche St. Josef

Kanzelmüllerstraße 90a
84489 Burghausen
Tel. +49 8677 887 411

Öffnungszeiten

Mittwoch – Freitag  14:00–18:00 Uhr,
Samstag, Sonntag, Feiertag  10:00–18:00 Uhr
Ferienzeit Mo – So 10 – 18 Uhr

Eintrittspreise

Eintritt frei