Der Burghauser Maler Josef Schneider zeigt zum ersten Mal seinen Passionszyklus „LAND PASSION“ in 33 Gemälden, die im Zeitraum 2020-2023 entstanden sind.

 

Die Bilderfolge schildert die von den vier Evangelisten im Neuen Testament beschriebenen Ereignisse der Passion Jesu, angefangen vom Einzug Jesu in Jerusalem, seiner Kreuzigung bis hin zur Auferstehung. Josef Schneider behandelt nicht nur die einzelnen Stationen, die in der christlichen Kunst über Jahrhunderte immer wieder zentrales Thema und Motiv waren, sondern reiht weitere Stationen in den Zyklus ein.

Wie schon der Titelzusatz „LAND“ andeutet, verbindet oder ergänzt er die traditionellen Szenen mit Landschaftsdarstellungen. Diese interpretieren malerisch das Geschehen, geben ihm einen atmosphärischen Hintergrund oder setzen es filmartig in Szene. Dem Betrachter wird dadurch die Rolle des Zuschauers, Teilnehmers oder des Mitfühlen­den angeboten, indem die Landschaften ein Spiegelbild der Seelenzustände des Betrachters entstehen lassen.

„Land“ steht jedoch auch für das Einfache, Direkte und Volkstümliche, das Josef Schneider in seinem Konzept der Personendarstellung gewählt hat, wie sich in den müden Arbeitern der Kreuzabnahme und bei den Teilnehmern der Grablegung zeigt. Diese direkte Auffassung greift er ebenso in der Malerei auf, welche grob, fast grobschlächtig schwer und als Materie sichtbar geblieben wirkt.

Der Passionszyklus ist nicht als geschlossene Planung in linearer Umsetzung entstanden, sondern die Bilder haben sich im Atelier nach und nach zu der gezeigten Einheit zusammengefügt: Ausgangspunkte waren die Kreuzigung und Grablegung. Von Anfang an war jedoch festgelegt, dass Bilder und Betrachter auf gleicher Ebene agieren. Bodennah und erdverbunden stehen sich beide gegenüber. Eine Überhöhung durch das Positionieren an der Ausstellungswand war von Josef Schneider zu keinem Zeitpunkt vorgesehen.

Beschließt Albrecht Dürer seine „Kleine Passion“ aus dem Jahre 1511 mit einer Darstellung des Jüngsten Gerichts, so setzt Josef Schneider als Schlusspunkt des Zyklus eine unbehandelte weiße Leinwand. Diese steht symbolhaft für das zu gestaltende Lebensbild jedes einzelnen Menschen, an dessen Ende der Tod sitzt und wartet.

Termine

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Mittwoch, 14. Februar 2024, 19 Uhr

KÜNSTLERGESPRÄCH

mit Josef Schneider
Sonntag, 17.3.2024 um 14 Uhr

Josef Schneider

Vita

1941 geboren in Schönarts
1963–1968 Studium an der Akademie der bildenden Künste München in Malerei und Kunsterziehung

1970–2005 nach dem 2. Staatsexamen Kunsterzieher am Aventinus-Gymnasium in Burghausen

Mitglied der Künstlergruppe „DIE BURG“.
Bildnerische Gestaltung bevorzugt in Ölmalerei und Radierung.

Diese Ausstellung können Sie noch besuchen bis 14. April 2024

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Projektraum am Rathaus

Stadtplatz 112 ∙ 84489 Burghausen
Tel. +49 8677 4734

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag
10:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Eintrittspreise

Eintritt frei