
ARCHIV DER LICHTUNG
VERENA VON GAGERN-STEIDLE
18.7.–8.11.2026
HAUS DER FOTOGRAFIE BURGHAUSEN
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Die Lichtung ist ein so reiches, schönes Wort. Es diente vielen Naturphilosophen als unerschöpfliche Metapher für das Verhältnis zwischen Natur und Kultur, Denken und Fühlen. Es bezeichnet aber auch einen konkreten Ort, und beide, Ort und Wort zusammen, sprechen nicht von etwas Endgültigem, sondern von etwas, das andauernd im Begriff ist zu werden, indem es sich klärt. Das Lichten kann auch das Ausmaß einer Rodung annehmen, und dann u.U. einer Bewirtschaftung, die einer Auslöschung nahekommt. Diese Bedeutungsstrecke zwischen Kultivierung und Bedrohung hält das sanfte Wort LICHTUNG in einer poetischen Spannung. Und der lichte Ort selbst bleibt, wann immer er verlassen wird, in Erinnerung als das Bild eines Anfangs.
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Um diese Bilder aus 35 Jahren in einer Ausstellung sinnvoll zusammenzubringen, ließ ich mich von der Ordnung des Archivs genauso wie von der Bedeutung der Lichtung leiten. Entsprechend den anfangs als Zeitenwende empfundenen Wandlungen von einer analogen zu einer digitalen Weltwahrnehmung teilen sich auch die Orte der Aufbewahrung in zwei Lager: in die Ordner der Negative in ihren feinen Papierhüllen und Kontaktbögen und die internen und externen elektronischen Festplatten. Innerhalb beider Lager wandern die Ordnungen durch die Chronologien der Jahre und Jahreszeiten, anfangs nur durch das eine analoge, dann in Phasen sich abwechselnd, schließlich gleichzeitig und gleichwertig analog/digital je nach der Bildvorstellung, die eine Beobachtungsreihe inspirierte. So sichteten sich das Negativ auf dem Lichttisch und die Datei auf dem Bildschirm entsprechend den vielen äußeren Bildmerkmalen, die dann in der Komposition der Ausstellung die Gesamtheit der erlebten Lichtung ausmachten – so kam das Archiv zur Lichtung und die Lichtung zum Archiv. Damit sei der Titel erklärt. Und entsprechend die Ausstellung.
Termine
Samstag 18. Juli 2026 um 19 Uhr
Ausstellungseröffnung
Grußwort
Florian Schneider
Erster Bürgermeister Stadt Burghausen
Ines Auerbach
Leitung Haus der Fotografie
Künstlergespräch
Verena von Gagern-Steidle Fotografin
und Hannes Hintermeier Frankfurter Allgemeine Zeitung
Sonntag, 20.9.2026 um 11 Uhr
Lesung
mit Verena von Gagern-Steidle

Foto: Hanns Otte
Verena von Gagern-Steidle
Geboren 1946 in Bonn
Studium der Architektur 1966-72 in Aachen, München und USA
Seit 1972 Beschäftigung mit Fotografie
Lehrtätigkeit
1975-86 am Salzburg College
1982-89 an der Sommerakademie Salzburg
1986-91 an der Schule für Gestaltung Zürich
Buchauswahl
1979 ‚Vorstellung und Wirklichkeit‘, Wienand Verlag, Köln
1982 ‚Camera Austria Reader‘ Symposion on Photography III
1985 ‚Das einzig Wirkliche…‘ mit Dieter Hinrichs,
Raben Verlag, München
1986 ‚In der Glyptothek‘, Museumsverlag
1989 ‚Siemens Projekt‘ Siemens Kulturstiftung, Köln.
1989 ‚Salzburg – an Artist‘s View‘ Edition Fotohof,
Otto Müller Verlag, Salzburg.
1993 ‚Architectural‘ mit Otto Steidle und Florian Kossak, Ausstellungskatalog und Buch, Nazraeli Press
1994 ‚Der Anatomische Engel‘, Nazraeli Press
2016 ‚Die Antwort des Bildes‘, fotografische Autobiographie, Fotohof Edition, Salzburg
2016 ‚Flutspuren‘, Simbach a. Inn, im Selbstverlag
Ausstellungen
in Europa und Südamerika von 1975 bis heute
Preise
1975 I.Preis für junge Fotografen, Int. Festival der Fotografie, Arles, Südfrankreich
1994 Kulturpreis des Landes Ostbayern
Sammlungen
Musee Reattu, Arles; Museum der Moderne, Salzburg; Kunstgewerbemuseum, Hamburg; Schupmann Collection
Sie lebt seit 1991 mit ihrer Großfamilie auf einem Einödhof in Niederbayern
Diese Ausstellung können Sie bis 8.11.2026 besuchen.
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Haus der Fotografie
Dr. Robert-Gerlich-Museum
Burg 1 ∙ 84489 Burghausen
Tel. +49 8677 887411
Öffnungszeiten
Montag bis Sonntag/Feiertage
10:00 Uhr bis 18:00 Uhr
Eintrittspreise
Erwachsene 2,00 EUR
Gruppen ab 15 Personen pro Person 1,50 EUR
Senioren 65, Studenten, Auszubildende, Arbeitslose, Bundeswehrsoldaten, Schwerbehinderte 1,00 EUR
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, geschlossene Schulklassen, Schüler über 18 Jahren Eintritt frei


